Pressebericht zum Theater 2002 von: Stefan Limbeck Eine Seite zurück


Pressebericht vom 16.04.2002

 

Würzige Dialoge und bissiger Humor

Viel Applaus für Kolpingspieler - Noch zwei Aufführungen am kommenden Wochenende

Viechtach (mai). Zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung boten sieben Laiendarsteller der Kolpingsfamilie Viechtach am Samstagabend im vollbesetzten Pfarrsaal mit ihrem Theaterstück "Die Dorfratschn".

Der ländliche Schwank von Fred Bosch behandelt in drei kurzweiligen Akten ein allseits bekanntes Thema: Ratsch und Tratsch. Mit bissigem Humor, hintergründiger Ironie und würzigen Dialogen stellt das Stück Neugierde und übereifriges Mitteilungsbedürfnis gnadenlos an den Pranger.
Zum Inhalt: Der arme, aber schlaue Bauer Bertl Wildmoser (Wolfgang Bauernfeind) und sein Sohn Peter (Stefan Schiller jun.) bewirtschaften gemeinsam ihren etwas heruntergekommenen Hof. Als Haushälterin haben sie die neugierige Kathl (Susi Pinzl) angestellt, die sich mehr um die Privatangelegenheiten der beiden Hofherren als um den Haushalt kümmert. Eines Tages entdeckt Kathl auch einen heimlichen Brief des Bauern an eine gewisse "Fanny", in dem er schreibt sich "sehr darauf zu freuen, sie wieder in die Arme schließen zu können".
Natürlich verhärtet sich sogleich bei der Haushälterin der Verdacht, dass sich der verwitwete Bauer ein "Gspusi" gesucht habe. Auf schnellstem Wege tratscht Kathl alles ihrer Freundin, der ebenso neugierigen Bürgermeisterin Rosl (Hildegard Probst), die die Neuigkeit wiederum empört beim Frauenbund verbreitet.
In der Zwischenzeit erzählt der Bauer seinem Sohn, dass seine wohlhabende Schwester Fanny (Angelika Siebel) aus Amerika wieder zurück in die Heimat ziehen will und er für sie einen Bauernhof für zwei Millionen Mark in der Umgebung suchen soll. Als nun ein Inserat in der Zeitung mit dem Kaufgesuch erscheint, zerreißen sich Kathl und Rosl fast das Maul, da sie glauben, der Bauer habe im Lotto gewonnen und möchte mit dem Geld für seinen Sohn einen stattlichen Hof erwerben. Und plötzlich hat auch der cholerische Bürgermeister Ignaz Holzer (Matthias Wagner) nichts mehr gegen eine Ehe seiner verliebten Tochter Regerl (Ingrid Seipp) mit dem charmanten Peter einzuwenden.
Hat Holzer Peter zuerst mit einer Mistgabel vom Hof gejagt und sich vehement gegen eine Hochzeit mit seinem Regerl gewehrt, so würde er jetzt alles dafür tun, damit der "reiche" Peter nun einwilligen würde. Der schlaue Wildmoser-Bauer, der die Pläne und Geldgier des Bürgermeisters schnell durchschaut, will diesem deshalb eine Lehre erteilen. Gemeinsam mit den beiden Verliebten schließt er einen Packt: beide sollen sich nun gegen eine Ehe wehren und so die Mitgift für das Regerl in die Höhe treiben. Am Ende kann sich das junge Paar nicht nur über den Segen der Eltern freuen, sondern auch über 500 000 Mark Aussteuer. Erst jetzt lösen der Bauer und seine inzwischen aus Amerika eingetroffene Schwester Fanny das Verwirrspiel.
Mit viel schauspielerischem Talent, lustigen Monologen sowie würzigen Dialogen begeisterten die sieben Laiendarsteller das Publikum. Für hervorragende Gestik und überzeugende Mimik ernteten die Kolpingspieler immer wieder Lacher und Zwischenapplaus.
Wer das Stück noch nicht gesehen hat, hat noch am kommenden Wochenende die Gelegenheit: Samstag und Sonntag, 20./21. April, jeweils um 20 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es im Verkehrsamt, Telefon 1661. 500 Euro aus dem Erlös will die Kolpingsfamilie dem kleinen, behinderten Drilon spenden.